Systemprojekt · GFK Hyperframe
Mehr als ein Modul: der Systemverbund für anspruchsvolle Standorte
Hohe Schnee- und Windlasten, Hagelschlag und starke Temperaturwechsel wirken auf das gesamte PV-System. Entscheidend ist der abgestimmte Verbund aus Modul, Rahmen, mechanischer Schnittstelle und Unterkonstruktion. AB NETCOM entwickelt dafür eine mechanische Schwerlast-Systemlösung für grossformatige HJT-Module mit Stahlrahmen.
Entwicklungsziele
Für anspruchsvolle Standorte entwickelt
Ziel ist eine robuste, prüfbare und montagegerechte Gesamtlösung für grosse Freilandanlagen sowie Hochland- und alpine Anwendungen. Grosse Industrie- und Gewerbedächer werden als zweites Kernsegment projektbezogen einbezogen.
Ziele der Entwicklung: Belastungen kontrolliert weiterleiten, Belastungsspitzen reduzieren, Temperaturbewegungen berücksichtigen sowie Wartung, Austauschbarkeit und eine nachvollziehbare Partnermontage unterstützen.
Der Werkstoffvorteil von GFK
Im Entwicklungskonzept werden sonnenexponierte mechanische Komponenten bis zu möglichen Oberflächentemperaturen von +100 °C betrachtet – deutlich über den üblichen Datenblattbereichen von Modulen. Die Eignung des Gesamtsystems muss durch thermische Bewertung sowie Temperaturwechsel- und Funktionsprüfungen bestätigt werden.
Der Sprung von 5’400 Pa Datenblatt-Prüflast auf 13’000 Pa System-Auslegungsfall soll mit rund 9–10 kg Zusatzgewicht je Modul erreicht werden – eine vergleichbare Verstärkung in Stahl läge deutlich darüber; genau hier liegt der Werkstoffvorteil von GFK.
Konstruktions-, Material- und Auslegungsdetails werden ausschliesslich im vertraulichen Projektprozess offengelegt. Schutzrechte sind angemeldet.
Systemverbund
Was der Systemverbund leisten soll
Lasten flächig ableiten
Schnee- und Eislasten über den Rahmen flächig in die Unterkonstruktion leiten.
Hagelenergie dämpfen
Hagelenergie dämpfen statt starr aufnehmen.
Temperaturbewegung aufnehmen
Thermische Längenänderung zwischen Stahl, Verbundwerkstoff und Unterkonstruktion aufnehmen.
Modultausch ohne Demontage
Modultausch ohne Demontage benachbarter Module.
Wichtiger Hinweis. Alle genannten Werte sind Entwicklungs- und Prüfziele, keine bestätigten Systemeigenschaften und keine Garantie- oder Lieferzusage. Bislang ist keine Prüfung oder Zertifizierung des Systemverbunds erfolgt.
Geplanter Prüfweg
SPF Testing am Institut für Solartechnik der OST in Rapperswil-Jona
Das SPF zählt zu den renommiertesten Instituten weltweit im Bereich Solartechnik und anspruchsvoller Solarprüfungen. SPF Testing ist durch die Schweizerische Akkreditierungsstelle SAS als Prüflabor international anerkannt und eine anerkannte Prüfstelle für das Schweizer Hagelregister.
AB NETCOM beabsichtigt, den Prüf- und Zertifizierungsumfang mit SPF Testing am Institut für Solartechnik der OST – Ostschweizer Fachhochschule in Rapperswil-Jona abzustimmen. Die veröffentlichten Prüfangebote umfassen Hagel- und Einschlagprüfungen, mechanische Lastprüfungen mit vorgesehenem Montagematerial sowie Schneelastprüfungen an Solaranlagen. AB NETCOM strebt eine langfristige fachliche Zusammenarbeit an.
Prüfstellen-Informationen: SPF Institut für Solartechnik – OST · Hagelregister – Eintrag PV-Module
Vorgesehener Prüfumfang
Hagelprüfung
Beschuss des Systemverbunds mit Hagelkörnern gemäss Hagelregister-Methodik; Zielklasse HW 5.
Mechanische Lastprüfung
Statische Druck- und Soglasten mit dem vorgesehenen Montagematerial; Auslegungsfall 13’000 Pa, Extremfall bis 15’000 Pa.
Schneelast- und Temperaturwechselprüfung
Dauerlast unter Kälte, ungleichmässige Lastverteilung, Verhalten der Dämpfungselemente.
Funktionsprüfung und Dokumentation
Elektrische Sicherheit nach Belastung, Montage- und Wartungsablauf, Prüfbericht für Projektpartner.
Zeitplan
Zeitliche Zielplanung
- Ende 2026 / Anfang 2027Abschluss Prüf- und Zertifizierungsprogramm. Abschluss des vorgesehenen Prüf- und Zertifizierungsprogramms mit SPF Testing.
- 1. Quartal 2027Zertifizierte Systemlösung für erste Projekte. Bei planmässigem Verlauf soll die zertifizierte Systemlösung im ersten Quartal 2027 (Zielhorizont Ende Februar 2027) für erste Projekte verfügbar sein.
- bereits heutePilot- und Referenzprojekte mit dem Standardmodul. Bis dahin sind Pilot- und Referenzprojekte mit dem Standardmodul bis Hagelklasse 3–4 bereits umsetzbar.
Wichtiger Hinweis. Eine Zusammenarbeit oder ein Prüfauftrag besteht erst nach gesonderter Vereinbarung. Bislang ist keine Prüfung oder Zertifizierung erfolgt. Alle genannten Werte sind Entwicklungs- und Prüfziele, keine bestätigten Systemeigenschaften und keine Garantie- oder Lieferzusage.
Entwicklungspartnerschaft
Pilot- oder Referenzprojekt für den Systemverbund?
Projektentwickler, EPCs und Betreiber mit geeigneten Flächen in Hochland- und alpinen Lagen oder auf grossen Dächern: Im Projektcheck klären wir, ob Ihr Vorhaben als Pilot- oder Folgeprojekt in Frage kommt.